Gemeinsam Zukunft gestalten

Leutkircher Bank eG und Volksbank Allgäu-West eG wollen zur Volksbank Allgäu-Oberschwaben eG verschmelzen

  • „Jetzt zusammenbringen, was zusammengehört“
  • Mit 4,2 Milliarden Euro betreutem Kundenvolumen, rund zwei Milliarden Euro Bilanzsumme, fast 100.000 Kunden und mehr als 50.000 Mitgliedern entstünde die mit Abstand größte Genossenschaftsbank in der Region Ravensburg und Oberschwaben
  • Vertreterversammlungen werden im Mai 2017 über die geplante Fusion abstimmen

Die beiden größten Genossenschaftsbanken im Landkreis Ravensburg, die Volksbank Allgäu-West eG (VBAW) und die Leutkircher Bank eG (LB), wollen gemeinsam in die Zukunft gehen. Die Aufsichtsräte beider Banken haben ihre Vorstände Rosemarie Miller-Weber, Stefan Scheffold, Georg Kibele und Hans Peter Häusele (LB) sowie Josef Hodrus und Werner Mayer (VBAW) damit beauftragt, bis zu den beiden Vertreterversammlungen im Mai 2017 einen Fusionsvertrag für eine gemeinsame Bank zu entwerfen. Die Vertreter beider Banken entscheiden in dieser Sitzung endgültig, ob die Fusion zustande kommt. Hierzu bedarf es einer Zustimmung von mindestens 75 %. Gelingt der Zusammenschluss, könnte eine Bank entstehen, die mit rund 500 Mitarbeitern ein zusammenhängendes Geschäftsgebiet von Lindau über Isny, Wangen und Leutkirch bis nach Bad Wurzach und Bad Waldsee umfasst. Die gemeinsame Bank würde ab 1. Juli 2017 von den Vorständen Josef Hodrus, Stefan Scheffold, Georg Kibele und Werner Mayer geführt. Die Vorstandsvorsitzende der Leutkircher Bank eG, Rosemarie Miller-Weber, plant nach über 25 Vorstandsjahren, zu diesem Zeitpunkt in den Ruhestand zu gehen. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, diese starke und zukunftsfähige Bank entscheidend mitzugestalten. Wir tragen als Vorstände die Verantwortung, die Herausforderungen der Märkte anzunehmen und unsere genossenschaftlichen Werte auch in der Zukunft zu vertreten. Auch Hans Peter Häusele wird mit der geplanten Fusion sein Vorstandsmandat zurückgeben und in seinen letzten beiden Dienstjahren sein Wissen und seine Erfahrung im Fusionsmanagement einbringen.

Der Vorstand der Volksbank Allgäu-West eG v.l. Werner Mayer und Josef Hodrus und der Leutkircher Bank eG Rosemarie Miller-Weber (Vorstandsvorsitzende), Stefan Scheffold, Georg Kibele und Hans Peter Häusele.

Beide Häuser sind seit Jahren freundschaftlich verbunden, zahlreiche Projekte wurden und werden gemeinsam umgesetzt. Zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beider Banken gibt es lange und enge Verbindungen. „Wir kennen, wir mögen und wir schätzen uns“, sagt VBAW-Vorstand Josef Hodrus, „hier kommt zusammen, was von der Region, von den Konzepten und vor allem von den Menschen gut zusammen passt.“ Sowohl die Volksbank Allgäu-West eG wie auch die Leutkircher Bank eG sehen in einem Zusammenschluss nicht nur eine strategisch logische Konsequenz aus der gemeinsamen Region und Geschichte und dem immer mehr zusammenwachsenden Wirtschaftsraum „Allgäu-Oberschwaben“. „Die Herausforderungen für die Bankenlandschaft werden nicht kleiner“, sagt Stefan Scheffold. „Das niedrige Zinsniveau, die anhaltende Regulierungsflut, die Anforderungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einen modernen Arbeitgeber sowie die technische Entwicklung und Digitalisierung erfordern effizientere Strukturen.“ Konkret spart nach den Worten von Werner Mayer eine Bank Kosten, wenn Gebühren für EDV-Anlagen, Prüfungs- und andere Gebühren nur einmal anfallen. Auch Aufgaben, die im Moment von beiden Banken getrennt voneinander wahrgenommen werden, könnten künftig gemeinsam erledigt werden. „Es ist langfristig unser Ziel, mit weniger Personal auszukommen“, erläutert Georg Kibele. Es wird aber keine fusionsbedingten Kündigungen geben. „Wir nutzen langfristig die Fluktuation, um unsere Strukturen den Gegebenheiten anzupassen. Das geschieht nicht von heute auf morgen.“

Was die Vorstände am meisten freut, ist die Tatsache, dass beide Banken kerngesund sind und sich mit dem geplanten Zusammenschluss weiter stärken Herausforderungen noch besser gewachsen. Mit einer Gesamtkapitalquote von rund 20 Prozent stünde die künftige Volksbank Allgäu-Oberschwaben eG besser da als die Mehrzahl aller deutschen und sogar weltweit agierenden Kreditinstitute. „Diese Kraft verdanken wir nicht nur der Arbeit beider Banken in den vergangenen 150 Jahren, wir verdanken sie vor allem dem Fleiß und der Schaffenskraft der Menschen in unserer Region“, so Rosemarie Miller-Weber. „Diese wundervolle, kraftvolle Gegend hätte diese starke Bank verdient.“ Josef Hodrus ergänzt: „Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft. Ich bin davon überzeugt, dass wir gute Argumente haben und die Vertreter/-innen am Ende für den Zusammenschluss stimmen werden.“

Bilder der Pressekonferenz vom 21.10.2016 | Haus Tanne, Eisenbach