Stiftungen der Leutkircher Bank unterstützen soziale und kulturelle Einrichtungen

Insgesamt 11.000 Euro für regionale Projekte

Bild: v.l. Die Kuratoriumsmitglieder der Stiftung Joachim Krimmer, Stefan Scheffold, Rosemarie Miller-Weber mit den Spendenempfänger Heinrich Widmann, Rudi Heilig, Ewald Kohler, Gertrud Baumann, Rektor Gesierich-Kowalski, Franz Sipple, Konrektorin Homanner und Karin Raufeisen

Leutkirch - Die Leutkircher Bank Stiftung, vertreten durch den Stiftungsvorstand Rosemarie Miller-Weber, Stefan Scheffold und Joachim Krimmer überreichte im Rahmen einer Feierstunde die diesjährigen Spendenschecks in Höhe von insgesamt 11.000 € an verschiedene soziale und kulturelle Einrichtungen sowie Bildungseinrichtungen.

Rosemarie Miller-Weber erklärte in ihrer Begrüßung den Vertretern der einzelnen Institutionen, wie es zu der Gründung dieser Stiftung gekommen war. 1991, als die Bank eigentlich ihr 125jähriges Bestehen feiern wollte, beherrschte der Irakkrieg auch das gesellschaftliche Leben bei uns: Die Jubiläumsfeier wurde wie z.B. die Fasnet abgesagt. Da kam dem damaligen Vorstand die Idee, das für die Feier vorgesehene Geld in eine Stiftung einzubringen, deren Kapital inzwischen rund eine halbe Million Euro beträgt, nachdem vor einigen Jahren beschlossen worden war, jährliche Rücklagen zu bilden. Bei der letzten Kuratoriumssitzung sei man schnell fertig gewesen, weil alle Anträge das Entscheidungsgremium überzeugen und wegen der Vielfalt auch begeistert habe.

Ein „alter“ Bekannter durfte den Reigen der Projektvorstellungen eröffnen: Heinrich Widmann nahm für den Lions-Club Leutkirch einen Scheck in Höhe von 2.000 € in Empfang. Seit vielen Jahren unterstützt der Lions-Club die Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund. In diesem Jahr werden fünf Kinderkrippen aus der Region mit etwa 100 Kindern ohne Sprachkenntnisse unterstützt. „Mein Herz schlägt für Kinder“ , erklärte er. Denn auch Grundschulen werden vom Lions-Club unterstützt, die sich mit Projekten für mehr Bewegung und gesunde Ernährung einsetzen. Oder die Klinik-Clowns: Den Erlös eines Benfiz-Konzertes zu deren Gunsten stockte der Club großzügig auf. Etwa 250.000 € habe der Club in diesem Jahrtausend gesammelt, wovon das meiste der Region zugute gekommen sei.

Rudi Heilig und Gertrud Baumann nahmen ein Scheck in Höhe von 1.000 € für die Suppenküche Bad Waldsee in Empfang. Seit neun Jahren gibt die Suppenküche täglich 20-30 Essen aus. Viele Alleinstehende und ältere Menschen pflegten dabei auch soziale Kontakte. Darüberhinaus betreiben die 35 ehrenamtlich Tätigen auch einen Laden, in dem Waren-Spenden von Baby-Walz günstig angeboten werden.

Ein ganz wichtiger Faktor liegt Rudi Heilig sehr am Herzen: Wenn einer kurzfristig Geld brauche, z.B. mal einen Zwanziger für unbedingt benötigte Tabletten, aber auch wenn mal für die fällige Stromabrechnung kein Geld vorhanden ist, kann unter Umständen die Suppenküche kurzfristig einspringen. Der zuständigen Stelle beim Landratsamt fehlt das Personal, bei der Stadt dauere so ein Antrag und auch die Pfarrämter seien personell zu dünn besetzt. „Und die Banken dürfen wegen BaFin da nichts machen,“ ergänzte Rosemarie Miller-Weber.

Ewald Kohler konnte für das Projekt „Lesewelt Bad Wurzach“ der vor einem Jahr von der Caritas gegründeten Initiative Kinderchancen Allgäu einen Scheck in Höhe von 2500€ in Empfang nehmen. Damit sollen Lese-Talente in benachteiligten Familien gefördert werden. Mit einem Vorlese-Netzwerk, bei dem von ehrenamtlichen VorleserInnen regelmäßig vorgelesen wird, soll im Herbst in Kindergärten und Grundschulen gestartet werden.

Vorlesen sei in wichtiges Instrument um Sprache und Lesen den Kindern nahezubringen, habe die Sprachforschung festgestellt. Leider werde in 45 % der Familien in Deutschland gar nicht mehr vorgelesen. „Ziel der Initiative ist: Jedes Kind soll Zugang zum Lesen haben.“

Ebenfalls 2500 € erhielten Franz Sipple und Karin Raufeisen von der katholischen Kirchengemeinde Engerazhofen für die Restauration ihres „zurückgekehrten“ Heiligen Johannes. Die Figur war 1970 zusammen mit acht anderen Heiligenfiguren bei einem Einbruch aus der La-Salette-Kapelle gestohlen worden und im vergangenen Jahr in der Schweiz wiedergefunden worden. Nach vielen bürokratischen Hürden, erst die Intervention des Hauptzollamtes in Dresden habe es ermöglicht, dass die Figur – zwar etwas mitgenommen – wieder nach Engerazhofen zurückkam. Nach der nötigen Restaurierung soll in sie in dieser Woche wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren.

Rektor Gesierich-Kowalski und seine Konrektorin Homanner nahmen einen Scheck in Höhe von 1700 € für die Gemeinschaftsschule Leutkirch entgegen. Ihr Projekt: Fahrradhelme und Werkzeug. Denn längst nicht alle Kinder an der Ganztagesschule haben die Möglichkeit, mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen und am Nachmittag damit die vor einigen Jahren zu Unterrichtszwecken erworbene Streuobstwiese bei Herlazhofen zu erreichen. Über Spendenaufrufe, Crowdfunding Projekte und dem Landesprojekt Bikepool bekam die Schule viele Fahrräder. Um die Nachhaltigkeit und die Sicherheit zu gewährleisten werden nun noch entsprechend viele Helme und Werkzeuge benötigt.

Wegen Krankheit konnte die Vertreterin des Freundeskreises Mooshausen, der einen Scheck in Höhe von 1300 € erhalten sollte, diesen nicht persönlich in empfang nehmen. Rosemarie Miller-Weber erklärte an ihrer Stelle wofür das Geld verwendet werden soll: In dem geschichtsträchtigen Haus seien wertvolle Kunstwerke bisher ungeschützt präsentiert worden. Durch die Anschaffung einer Alarmanlage soll dieser Schutz nun gewährleistet werden.

Für zwei Stipendien der musikalischen Sommerakademie erhielt die VHS-Leutkirch aus der Leutkircher Bank Kunststiftung 820 €. Miller-Weber erklärte, sie freue sich bereits auf die Sommerakademie, wenn im August wieder viele junge Menschen die Stadt mit ihren Instrumenten bevölkern werden. Vor allem aber auf die Konzerte, die immer wahre Hörgenüsse seien.

(Text und Bild: Uli Gresser, Bildschirmzeitung)